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Großkreis

Verschiedene Großkreise (durchgezogene Linien). Neigung der 2 schwarzen Großkreise gegen den Äquator (blau) ca. 55° und 60°)
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Verschiedene Großkreise (durchgezogene Linien). Neigung der 2 schwarzen Großkreise gegen den Äquator (blau) ca. 55° und 60°)

Ein Großkreis ist ein größtmöglicher Kreis auf einer Kugeloberfläche. Sein Mittelpunkt fällt immer mit dem Mittelpunkt der Kugel zusammen und ein Schnitt auf dem Großkreis teilt die Kugel in jedem Fall in zwei (gleichgroße) Hälften. Da es unendlich viele Möglichkeiten gibt, eine Kugel so zu zerschneiden, dass die Schnittebene den Kugelmittelpunkt trifft, gibt es auch unendlich viele Großkreise.

Im geographischen Koordinatensystem der Erde sind der Äquator (blau) sowie jedes Paar von sich gegenüberliegenden Längengraden, (Längengrade = Meridiane, hier gelb), wie z. B. Nullmeridian (0°) und 180°-Meridian, Großkreise. Die weiteren Breitengrade (gestrichelte Linien) sind keine Großkreise, sondern kleiner als der maximale Kugelumfang. Man nennt sie deshalb Klein- oder Nebenkreise.

Auf Großkreisen der Erde entspricht eine Bogenminute einer Seemeile, abgekürzt sm (engl. nautical mile, nm oder NM). Sie wird (also als Breitenminute bzw. als Längenminute am Äquator) mit 1.852 Metern errechenbar bei einem angenommenen Erdumfang von 40.000 km. Der mittlere Erdradius beträgt 6.371 km.

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche  die sogenannte Orthodrome  ist immer Teil eines Großkreises (der sogenannte Hauptbogen). Deshalb führen Schifffahrts- und vor allem Flugrouten meist entlang von Großkreisen. Das Befahren der Erdkugel auf Orthodromen wird Großkreissegeln genannt; die Großkreiskurse erreichen etwas größere Breiten als der jeweilige Start- und Zielpunkt (z. B. MünchenPeking über Sibirien).

Da viele Landkarten (z. B. bei der Mercatorkarte) so dargestellt werden, dass die Breitengrade als gerade, waagrechte Linien erscheinen, wirken die Flugrouten trotz ihrer Kürze gekrümmt und verlaufen weiter polwärts (siehe auch Loxodrome). Um das Zeichnen zu vereinfachen gibt es spezielle Großkreiskarten (siehe Gnomonische Projektion), auf denen alle Großkreise als Gerade erscheinen, die Umgebung allerdings etwas verzerrt ist.

Auf dem Erdellipsoid und anderen Flächen wird die Orthodrome Geodätische Linie genannt. Sie ist eine Kurve höherer Ordnung (Abweichung vom Großkreis einer Kugel einige Promille) und entspricht dem Verlauf eines straff gespannten, reibungsfreien Fadens.

Auf Seekarten ist am rechten und linken Rand die geographische Breite aufgetragen, d. h. der jeweilige Ausschnitt des betreffenden Längen-Großkreises. Hier greift der Nautiker mit dem Stechzirkel eine Distanz ab und überträgt sie in die Seekarte oder anders herum.

Der Winkel zwischen den Punkten 1 und 2 mit den Breitenkoordinaten und den Längenkoordinaten auf dem Großkreis berechnet sich wie folgt:

\, \zeta =\arccos\Big(\sin(\phi_A)  \cdot \sin(\phi_B) + \cos(\phi_A) \cdot \cos(\phi_B) \cdot \cos(|\lambda_B - \lambda_A|) \Big)

Siehe auch: Kleinkreis, Orthodrome


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Großkreis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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