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Nordpol

Dieser Artikel behandelt die verschiedenen Nordpole der Erde. Für den Pol eines magnetischen Dipoles, siehe Magnetismus
1: Geographischer Nordpol; 2: Magnetischer Nordpol; 3: Geomagnetischer Nordpol; 4: Nordpol der Unzugänglichkeit
1: Geographischer Nordpol; 2: Magnetischer Nordpol; 3: Geomagnetischer Nordpol; 4: Nordpol der Unzugänglichkeit

Der Nordpol ist im allgemeinen Sprachgebrauch der nördlichste Punkt der Erde, dies wird auch als geographischer Nordpol bezeichnet. Darüber hinaus gibt es weitere Definitionen des magnetischen und geomagnetischen Nordpols sowie des Nordpols der Unzugänglichkeit.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Derzeit liegen die vier verschiedenen Nordpole bei jeder Definition im Arktischen Ozean (auch Nordpolarmeer genannt) bzw. auf dessen Inseln. Mit Verschiebung des Erdmagnetfeldes ändert sich die Lage von magnetischem und geomagnetischem Nordpol, was im Lauf der Erdgeschichte bereits mehrmals vorkam.

Die 4 Nordpole

Geographischer Nordpol

Der geographische Nordpol (1) ist der nördlichste Punkt der Erde und wird als Pol in der Weise durch die Erdrotation festgelegt, dass er in der Richtung liegt, in die sich eine Rechtsschraube bei gleichem Drehsinn bewegen würde. Er liegt auf der Erdachse und hat eine feste Position bei der geographischen Breite von 90° Nord. An dieser Stelle der Erde befindet sich kein Festland, sondern nur Eis und Wasser; unterhalb dieses Pols ist das Nordpolarmeer 4.087 m tief.

Magnetischer Nordpol
Wanderung des magnetischen Nordpols
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Wanderung des magnetischen Nordpols

Hauptartikel: Erdmagnetfeld

Der magnetische Nordpol (2) ist der Punkt, an dem die magnetischen Feldlinien vertikal zur Erdoberfläche stehen. Der magnetische Nordpol einer Kompassnadel zeigt nach Norden (Deklination beachten), aus physikalischer Sicht handelt es sich damit beim magnetischen Nordpol der Erde um einen Südpol. Bei der bisher letzten Expedition der Geological Survey of Canada im Jahre 2001 wurde seine Position ermittelt und die jährliche Wanderung hochgerechnet:

Jahr   geogr. Breite   geogr. Länge  
  2001   81°18' N   110°48' W
 2002  81°36' N  111°36' W
 2003  82°00' N  112°24' W
 2004  82°18' N  113°24' W
 2005  82°42' N  114°24' W

Der magnetische Nordpol verlagert sich permanent, derzeit wandert er jährlich um etwa 40 Kilometer nordwestwärts und hat die kanadischen Inseln im Nordpolarmeer verlassen. Wissenschaftler rechnen damit, dass er bei konstanter Geschwindigkeit in etwa 50 Jahren Sibirien erreicht.

James Clark Ross hat den magnetischen Nordpol am 1. Juni 1831 auf einer Forschungsfahrt damals nahe Kap Adelaide bei der Boothia-Halbinsel in Kanada entdeckt.

Geomagnetischer Nordpol

Der geomagnetische Nordpol (3) auf der nördlichen Halbkugel ist ein berechneter Pol des unregelmäßigen Erdmagnetfeldes, dem die Annahme entspricht, dass sich im Erdmittelpunkt ein Stabmagnet befände. Er liegt zur Zeit bei 78°30' Nord, 69° West, nahe Thule auf Grönland.

Schon bei einem groben Vergleich der Koordinaten von magnetischem Nordpol (82°42' Nord, 114°24' West) und magnetischem Südpol (65° Süd, 135° Ost) fällt auf, dass sich diese nicht so genau gegenüberliegen, wie der geographische Nordpol und Südpol. Wenn man sich dann noch die Isogonenkarte mit den ziemlich unregelmäßigen Ortsmissweisungen anschaut, dann versteht man das Bestreben der Geophysiker alles rechnerisch zu einem Mittelwert zu vereinfachem - dem geomagnetischen Nordpol und Südpol.

Siehe auch: Pol (Geomagnetismus)

Nordpol der Unzugänglichkeit

Der Nordpol der Unzugänglichkeit ("Northern Pole of Inaccessibility"; 4) ist per Definition der fixe Punkt der Arktis, der am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt. Er befindet sich bei 84°03' Nord, 174°51' West und damit ca. 660 km vom geographischen Nordpol entfernt. Er wurde das erste Mal 1927 erreicht. Unterhalb des Nordpols der Unzugänglichkeit befindet sich kein Festland sondern nur Eis und Wasser des hier etwa 3.000 m tiefen Nordpolarmeeres.

Im Vergleich ist der Südpol der Unzugänglichkeit jener Punkt auf dem antarktischen Festland Antarktika, der am weitesten von allen Küstenlinien des Kontinents entfernt liegt.

Uhrzeit am Nordpol

Bezüglich der Uhrzeit gelten in der Arktis, im Gegensatz zur Antarktis, keine speziellen Regelungen. Es ist deshalb möglich, am geographischen Nordpol bei dessen Umkreisung alle Zeitzonen in kürzester Zeit zu durchschreiten. Für gewöhnlich wird auf Forschungsstationen die koordinierte Weltzeit (UTC) verwendet.

Nordpole auf Kompanden und im Erdmagnetfeld

Magnet im Erdinneren
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Magnet im Erdinneren

Die Nadel eines Kompasses ist ein Magnet, der in zwei Teile, die Nord- und Südhälfte, aufgeteilt ist. Er richtet sich an den Feldlinien des Erdmagnetfeldes aus (siehe Deklination). Die nach Norden weisende Hälfte wird immer als Nordpol bezeichnet.

Physikalisch gesehen ziehen einander nur ungleichnamige Pole an, ein Nord- wird also von einem Südpol angezogen und umgekehrt. Gleichnamige Pole stoßen einander ab. Der nördliche Pol muss daher im physikalischen Sinn ein Südpol sein. Der gedachte Magnet im Erdinnern, der das Erdmagnetfeld erzeugt, weist mit seinem Südpol nach Norden, mit seinem Nordpol aber nach Süden.

Erforschung

Siehe auch Hauptartikel: Geschichte der Nordpolexpeditionen

Offiziell wurde der geographische Nordpol erstmalig von den US-amerikanischen Forschern Robert Edwin Peary und Matthew Henson am 6. April 1909 erreicht. Die Forschung ist sich jedoch nicht sicher, ob die beiden den Pol selbst je erreicht haben, da Pearys Aufzeichnungen als nicht ausreichend genau gelten. Frederick Cook beanspruchte kurze Zeit vor Peary die Siegerkrone im Wettlauf zum Nordpol, den er am 21. April 1908 erreicht haben wollte. Seine Glaubwürdigkeit in der Wissenschaft schwand jedoch, als ihm die Fälschung der Erstbesteigung des Mount McKinley nachgewiesen wurde.

Bis heute ist nicht letztlich geklärt, ob eine der beiden Expeditionen überhaupt je am Pol war. Matthew Henson berichtet in seinen Memoiren, er wäre kurz vor Expeditionsleiter Peary am Nordpol gewesen und hätte diesen dort auch getroffen, gemeinsam hätte man die Frage klären wollen, wer wohl der erste am Pol gewesen sei. Offensichtlich ist es nie dazu gekommen.

Erst die Überfliegung des Nordpols im Jahr 1926 durch Umberto Nobile, Roald Amundsen und Lincoln Ellsworth an Bord der Norge gilt als gesichert. Die ersten Menschen, die die Gegend des Nordpols tatsächlich betraten, war eine Gruppe sowjetischer Wissenschaftler unter der Leitung von Iwan Papanin, die 1937 zum Pol geflogen sind. Der erste Mensch der den Pol zu Fuß erreichte, war 1969 der Schotte Sir Wally Herbert.

Siehe auch

  • Arktis
  • Pole der südlichen Hemisphäre
  • Nordpol-1 (Polarstation)

Literatur

  • Fergus Fleming: Neunzig Grad Nord. Der Traum vom Pol, Piper, 2004, ISBN 3492242057

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nordpol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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