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Ortszeit

Der Begriff Ortszeit wird in folgenden drei Bedeutungen verwendet:

  • Die Ortszeit ist die Zeit, die in der jeweiligen Zeitzone gültig ist.
  • Die Wahre Ortszeit, auch als Wahre Sonnenzeit bezeichnet, und
  • die Mittlere Ortszeit, auch als Mittlere Sonnenzeit bezeichnet,

Die Sonnenzeit orientiert sich am Sonnenstand und hängt daher vom Längengrad ab. Eine Längengraddifferenz von einem Grad, in Mitteleuropa ungefähr 85 km in Ost-West-Richtung, entspricht einem Zeitunterschied von vier Minuten (mittlerer) Sonnenzeit.

Die beiden Ortszeiten beruhen auf der Dauer des Sonnentags, sind also mit der Erdrotation verknüpft. Als Zeitskala ist die Mittlere Sonnenzeit die Sonnenzeit an sich.

Inhaltsverzeichnis

Die wahre Ortszeit (WOZ)

Sonnenuhr an einem Kirchturm
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Sonnenuhr an einem Kirchturm

Wenn die Sonne im Meridian steht (also exakt im astronomischen Süden), beträgt die Wahre Ortszeit 12 Uhr (Meridiandurchgang). Aufgrund der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne sowie der Neigung der Erdachse gegen die Bahnebene geht die Wahre Ortszeit gemessen an einer Uhr mit konstanter Ganggeschwindigkeit je nach Jahreszeit bis zu 16 Minuten vor oder nach.

Das Sonnenzeit auch die Zeit, die das Gnomon einer gewöhnlichen Sonnenuhr anzeigt: Auf modernen Sonnenuhren wird in der Projektionsebene die Zeitdifferenz zur Mittleren Sonnenzeit durch Linien entsprechend dem Analemma kompensiert.

Das Bild rechts zeigt eine Sonnenuhr an einem Kirchturm: Noch im Mittelalter gab es keine allgemein verbindliche Zeit, jeder Ort legte selbst die Zeit nach dem Sonnenstand fest. Heute verwendet man Zonenzeiten, die in einem gewissen geographischen Umfeld identisch sind (etwa die Mitteleuropäische Zeit).

Die Wahre Ortszeit war lange die einzige messtechnisch beliebig genau reproduzierbare Zeitskala. Sie hat erst mit der Einführung einer Weltzeit Konkurrenz bekommen, aber insbesondere durch verläßliche Quarzuhren, und dann mit den an die Atomzeit gebundenen Funkuhren an Bedeutung verloren. Heute dient sie aber noch immer dazu, die Greenwich-Zeit (GMT), die mittlere Ortszeit des Greenwich-Meridians und damit die Universal Time (UT) zu bestimmen, die der Eichung der UTC dient.

Die mittlere Ortszeit (MOZ)

Durch Ausgleichen der jahreszeitlichen Schwankungen der Wahren Ortszeit erhält man die Mittlere Ortszeit. Die Mittlere Ortszeit wäre mit der Wahren Ortszeit identisch, wenn die Erdbahn um die Sonne exakt kreisförmig wäre und die Erdachse senkrecht zur Bahnebene stünde.

Die Mittlere Sonnenzeit ist für astronomische Beobachtungen und für die astronomische Navigation von Bedeutung: Als Zeitskala bezeichnet man sie dann schlicht als Sonnenzeit. Ihre Grundgrößen sind die Sonnensekunde und der Mittlere Sonnentag.

Die Differenz zwischen Wahrer Sonnenzeit WOZ und Mittlerer Sonnenzeit MOZ heißt Zeitgleichung.

Literatur

  • Robert Weber. Zeitsysteme. In: Hermann Mucke (Hrsg.): Moderne astronomische Phänomenologie. 20. Sternfreunde-Seminar, 1992/93. Planetarium der Stadt Wien Zeiss Planetarium der Stadt Wien Zeiss Planetarium und Österreichischer Astronomischer Verein 1992, S. 55102 (weblink, 14. April 2006)

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ortszeit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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